Mit der Veranstaltung „Satellitenkommunikation für Europa: resilient, souverän und unabhängig“ in der Landesvertretung in Berlin setzt Baden-Württemberg einen wichtigen Impuls für die strategische Ausrichtung der europäischen Satellitenkommunikation.

„Angesichts wachsender weltpolitischer Spannungen, hybrider Bedrohungslagen und der zunehmenden Abhängigkeit von digitalen Infrastrukturen gewinnt die satellitengestützte Kommunikation eine zentrale sicherheitspolitische und technologische Bedeutung. Wir müssen uns auf dem strategisch und geopolitisch relevanten Feld der Satellitenkommunikation unabhängig und resilient aufstellen und auch hier eine Führungsrolle in Europa einnehmen. Satellitenkommunikation ist nicht nur ein technologisches Zukunftsfeld, sondern ein sicherheitspolitisches Gebot. Sie ermöglicht es uns, auch in Krisensituationen verlässlich zu kommunizieren, kritische Systeme zu steuern und unsere demokratischen Institutionen handlungsfähig zu halten“, sagte der Stv. Ministerpräsident und Innenminister des Landes Baden-Württemberg Thomas Strobl in seiner Eröffnungsrede.

Stimmen aus den Panels

Stefan Krebs, Chief Information Officer/Chief Digital Officer Baden-Württemberg: „Ich freue mich sehr, beim Panel über die Zukunft von 5G/6G und Satellitenkommunikation mitzudiskutieren. Satellitenkommunikation spielt eine Schlüsselrolle, um 5G und 6G wirklich flächendeckend nutzbar zu machen – gerade dort, wo terrestrische Netze an ihre Grenzen stoßen. Die Zukunft der digitalen Infrastruktur beginnt im Orbit.“

Michael Kleiner, Ministerialdirektor, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg: „Raumfahrtanwendungen wie die Satellitenkommunikation sind bereits heute fester Bestandteil unseres alltäglichen Lebens und ermöglichen die Nutzung von Anwendungen wie Internet, Fernsehen bis hin zu Navigation und Wettervorhersagen. Als einer der größten und erfolgreichsten Raumfahrtstandorte Deutschlands und Europas beheimatet Baden-Württemberg zahlreiche Akteurinnen und Akteure, die bereits seit Jahren erfolgreich auf diesem Gebiet tätig sind. Darauf können wir stolz sein.“

Michael Reinartz, Innovationschef, Vodafone Deutschland: „Bei Vodafone begrüßen wir die positiven Aspekte dieser technologischen Integration von Satellitenkommunikation und 5G, bzw. perspektivisch 6G. Sie wird nicht nur neue Möglichkeiten schaffen, sondern auch innovative Use Cases ermöglichen. Die Kombination dieser Technologien wird entscheidend dazu beitragen, eine resiliente und zukunftsfähige Kommunikationsinfrastruktur zu etablieren.“

Prof. Dr. Sabine Klinkner, Institut für Raumfahrtsysteme, Universität Stuttgart: „Ein stabiles, satellitengestütztes Kommunikationsnetz ist heute wichtiger denn je. Um die dafür notwendigen Kompetenzen im Bereich Satellitensysteme und ihrer Komponenten langfristig zu sichern, binden wir an der Universität Stuttgart die Studierenden der Luft- und Raumfahrt schon früh in aktuelle Forschungs- und Entwicklungsprojekte ein.“

Thomas Caspers, Vizepräsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik: „Wirtschaft, Gesellschaft und Staat verlassen sich auf die digitale Dienste. Viele davon, wie Wettervorhersagen, Klimabeobachtung oder Kommunikation mit Schiffen oder Flugzeugen, sind auch oder ausschließlich über Satelliten verfügbar. Satelliten sind global im Einsatz, sie bieten ihre Dienste und Daten für Forschung, Militär, die Wirtschaft, die Medien und die Gesellschaft an. Entscheidend ist dabei die Etablierung angemessener IT- und Cybersicherheit in Satellitensystemen. Mit der risikobasierten Vorgehensweise des BSI wird abhängig von den spezifischen Randbedingungen und den konkreten Missionen der einzelnen Systeme ein wirksamer Schutz möglich.“

Dr. Mark Lützner, DG Defence Industry and Space Policy, EU-Kommission: „IRIS2 ist mehr als ein Satellitenprojekt – es ist ein strategischer Schritt hin zu einem souveränen und vernetzten Europa.“

Jürgen Setzer, Generalmajor und Stv. Inspekteur Cyber- und Informationsraum und Chief Security Officer bei der Bundeswehr: „Information als eine der wesentlichen Schlüsselressourcen des 21. Jahrhunderts kommt in den Streitkräften über die gesamte Wirkungskette „Sensor – to – Shooter“ eine wesentliche Bedeutung zu. Der Weltraum nimmt hierbei eine zentrale Schlüsselrolle ein: Weiträumige Aufklärung, Erfassung von Geoinformationsdaten sowie die weltweite Vernetzung und Datenübertragung mittels Satelliten sind nicht mehr wegzudenkende Bausteine unseres Nervensystems in der Bundeswehr und mitentscheidend für eine erfolgreiche Landes- und Bündnisverteidigung.“

Prof. Dr. Armin Dekorsy, Geschäftsführender Direktor des Gauss-Olbers Space Technology Transfer Center und Leiter des Fachbereichs Nachrichtentechnik, Universität Bremen: „Die Digitalisierung und die Sicherheit unserer Gesellschaft erfordern zunehmend eine allgegenwärtige und unterbrechungsfreie Netzabdeckung durch resiliente Kommunikationssysteme. 6G wird dies durch die Integration von Satelliten in ein vereinheitlichtes 3D-Netz gewährleisten. Nur durch eine eigene Forschung und Entwicklung sowie eine enge Abstimmung mit Wertepartnern zur Ausgestaltung zukünftiger 6G-Satellitensysteme ist eine technologische Souveränität in dieser Schlüsseltechnologie zu erreichen.“

Diese Stimmen spiegeln nicht nur die breite fachliche Expertise, sondern auch das gemeinsame Verständnis wider: Satellitenkommunikation hat sich längst zu einem zentralen Pfeiler der digitalen Infrastruktur entwickelt und ist heute ein wichtiges Element für die Sicherheit und Souveränität Europas.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserer Pressemitteilung.

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