Am 28.06.2024 hatten der Stv. Ministerpräsident und Digitalisierungsminister Thomas Strobl, Gesundheitsminister Manfred Lucha und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski zur Auftaktveranstaltung für die baden-württembergischen Krankenhäuser zum ressortübergreifenden Vorhaben der Gesundheitscloud MEDI:CUS eingeladen.

Mit dem Projekt MEDI:CUS wird eine Cloudplattform für das Gesundheitswesen durch das Land aufgebaut. Dabei liegt der Fokus der Plattform zunächst auf der Anbindung der baden-württembergischen Krankenhauslandschaft.

Die medizinischen, kaufmännischen und mit der Digitalisierung beauftragten Leitungen der Krankenhäuser und Uniklinika in Baden-Württemberg wurden über das Vorhaben informiert und die nächsten Schritte aufgezeigt.

In unterschiedlichen Workshops zu den konkreten fachlichen und technischen Projektinhalten wurden darüber hinaus die knapp 150 Teilnehmer aktiv eingebunden, um Ihre Bedarfe und Anforderungen einzubeziehen. Diese aktive Gestaltung durch die Krankenhäuser und deren Beteiligung soll in interdisziplinär besetzten Arbeitsgruppen künftig fortgeführt werden. Damit prägen und mitgestalten die Krankenhäuser von Anfang an die digitale Transformation von Prozessen und Strukturen durch die Cloudplattform.

Der Ministerrat hat sich in seiner Sitzung am Dienstag, 6. Februar 2024, mit der Einrichtung einer neuen Cloudplattform für Gesundheitsdaten befasst. Das Projekt zur Einrichtung einer neuen Plattform MEDI:CUS kann nun an den Start gehen und sukzessive auf- und ausgebaut werden. „Medizinischer Fortschritt ist untrennbar mit der Nutzung von Daten verbunden. Gerade im Gesundheitsbereich ist ein großer Datenschatz vorhanden, der bisher aber nur unzureichend nutzbar ist, weil es oft an geeigneten Austauschmöglichkeiten fehlt. Diese wollen wir mit dem Gesundheitsprojekt MEDI:CUS schaffen. Wir erhoffen uns daraus neue, bessere Diagnosen und individuell auf die Patienten abgestimmte Therapien. Denn wir wollen die beste medizinische Versorgung für die Menschen im Land. Voraussetzung dafür ist, dass wir Informationen datenschutzkonform bestmöglich miteinander verknüpfen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an die Kabinettssitzung. Das Projekt unter Federführung des Innenministeriums sei ein Paradebeispiel für ressortübergreifende Zusammenarbeit.

Digitalisierungsminister Thomas Strobl erläuterte: „Die Digitalisierung kann dabei eine entscheidende Verbesserung für die Patientinnen und Patienten bringen. Deshalb bringen wir mit MEDI:CUS eine cloudbasierte Gesundheitsdatenplattform auf den Weg, die die medizinische Versorgung der Menschen verbessert, die Prozesse in den Krankenhäusern vereinfacht und den Gesundheitsstandort Baden-Württemberg stärkt. Denn Patientendaten stehen auch wirklich dort zur Verfügung, wo sie zur Behandlung gebraucht werden. MEDI:CUS hat ein großes Potenzial auf unserem Weg zur personalisierten Medizin und wir können teure und lästige Doppeluntersuchungen vermeiden.“

Die komplette Pressemitteilung können Sie hier nachlesen.

MEDI:CUS

Das Projekt MEDI:CUS ist Teil der dritten Förderrunde des von der Landesregierung angestoßenen „Forums Gesundheitsstandort Baden-Württemberg“. In den ersten beiden Förderrunden wurden über 60 innovative Projekte mit rund 100 Millionen Euro zu Zukunftsthemen im Gesundheitsbereich gefördert und auf den Weg gebracht. MEDI:CUS ist Teil der dritten Tranche, in der Projekte für insgesamt 24,2 Millionen Euro gefördert wurden, vorwiegend im und für den Bereich der medizinischen Infrastruktur. Diese Projekte haben zum Ziel, zu einer anschlussfähigen und innovativen Versorgungslandschaft beizutragen und die Verfügbarkeit sowie die Nutzung von Gesundheitsdaten zum Wohle der Patientinnen und Patienten zu verbessern. MEDI:CUS setzt damit auch die Digitalisierungsstrategie des Landes „digital.LÄND“ aus dem Jahr 2022 um, die eine verbesserte Nutzung von Gesundheitsdaten für die Weiterentwicklung der gesundheitlichen Versorgung vorsieht.

Aufgrund der Vielschichtigkeit eines solchen Vorhabens wurde im vergangenen Jahr ein interministerielles Vorprojekt zur Gesundheitscloud unter der Bezeichnung MEDI:CUS (Medizindaten-Infrastruktur: cloudbasiert, universell, sicher) durchgeführt. Neben analytischen und quantitativen Untersuchungen lag besonderes Augenmerk darauf, mit den potenziellen Anwenderinnen und Anwendern auf Fach- und IT-Ebene Chancen und Risiken zu erörtern und so die Machbarkeit zu prüfen und zu bestätigen.

Einen Einblick über die im Jahr 2023 geförderten Projekte zur Digitalisierung im Gesundheitswesen des Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg erhalten Sie im Video.

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