Welche Projekte fördern 5G in Baden-Württemberg?
Die Projekte reichen von Anwendungen im Rettungswesen oder eHealth über den Einsatz von 5G in der Produktion bis hin zu intelligentem Verkehrsmanagement.
Der Mobilfunk ist mittlerweile aus unserer aller Leben nicht mehr wegzudenken. Ganz gleich, ob im privaten und beruflichen Kontext, im ländlichen oder urbanen Raum – schnelles und überall verfügbares Internet ist essentiell für die Herstellung der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse.
Immer mehr Menschen nutzen Smartphones oder auch Tablets und Laptops mit SIM-Karten für Musik- und Video-Streaming, soziale Netzwerke, Navigation, Telefonie oder mobiles Internet. Die Nutzung mobiler Datendienste hat in den letzten zehn Jahren in Deutschland um mehr als das 80-fache zugenommen. Im Jahr 2024 betrug das mobile Datenvolumen 9.592 Mio. GB – Tendenz weiter steigend (gegenüber 2020 betrug der Zuwachs 241 Prozent).
Gleichzeitig waren zum Ende 2024 nach Erhebungen der Bundesnetzagentur 109,2 Mio. SIM-Karten in Deutschland aktiv.
Mittlerweile wird über die Mobilfunknetze deutlich mehr telefoniert als über das Festnetz. So wurden 2024 über 147,8 Mrd. abgehende Gesprächsminuten gemessen. Im Festnetz dagegen „nur“ etwa 57 Mrd. Minuten (2020: ca. 104 Mrd.).
Der rasant wachsende Bedarf kann in den nächsten Jahren nur durch flächendeckende und leistungsfähige Mobilfunknetze gedeckt werden.

In der Theorie sind bereits mit der vierten Mobilfunkgeneration 4G hohe Bandbreiten möglich. Allerdings hängt die tatsächliche mobil verfügbare Bandbreite von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. die Anzahl der aktiven Nutzer in einem Versorgungsbereich. In der Praxis sind bei 4G Geschwindigkeiten bis zu 300 Mbit/s möglich. Mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G können Geschwindigkeiten bis zu 1 Gbit/s erreicht werden – perspektivisch sind noch höhere Downloadraten möglich.
Kurz und knapp: Hat man Empfang und befindet man sich in einem 4G-Netz, ist die oben genannte Bandbreite von bis zu 300 Mbit/s für den alltäglichen privaten Mobilfunk-Bedarf mehr als ausreichend. Das gilt auch für Telefon- und Videokonferenzdienste.
Die interaktive Mobilfunk-Monitoring-Karte der Bundesnetzagentur stellt die von den Mobilfunknetzbetreibern übermittelten Informationen über die Mobilfunk-Netzabdeckung mit den Mobilfunkstandards 2G, 4G und 5G dar.
Seitdem im Jahr 1998 der Telekommunikationssektor in Deutschland liberalisiert wurde, liegt die Verantwortung für das Telekommunikationswesen und damit auch für den Ausbau der Mobilfunknetze in den Händen der privaten Mobilfunknetzbetreiber. Bis Anfang 2019 waren dies in Deutschland die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica. Bei der Versteigerung der 5G-Frequenzen, die im Juni 2019 abgeschlossen wurde, kam mit 1&1 Drillisch ein vierter Netzbetreiber hinzu.
In Deutschland werden Mobilfunkfrequenzen von der Bundesnetzagentur (BNetzA) vergeben. Mit der Nutzung der Frequenzen sind umfangreiche Versorgungsauflagen verbunden, die die Mobilfunkunternehmen erfüllen müssen.
Um die Mobilfunkversorgung in Deutschland weiter zu verbessern, war die letzte Frequenzvergabe im Jahr 2025 mit folgenden Auflagen an die Mobilfunknetzbetreiber geknüpft:
Die Einhaltung dieser Versorgungsauflagen wird von der BNetzA überprüft.
Die Gründe dafür, weshalb die Mobilfunkversorgung in Baden-Württemberg nach wie vor Lücken aufweist, sind vielfältig. Die anspruchsvolle Topographie (Berge und Anhöhen, tiefe Täler, hoher Waldanteil) macht den Mobilfunkausbau in Baden-Württemberg häufig teurer als in anderen Bundesländern. Darüber hinaus gibt es in Baden-Württemberg lokale Widerstände gegen die Errichtung von Mobilfunkmasten, so dass die Unternehmen nur mit Verzögerungen geeignete Standorte für neue Mobilfunksendeanlagen finden können. In extremen Fällen kann auch gar kein neuer Standort bereitgestellt werden. Aus diesen Gründen gibt es derzeit noch nicht oder zumindest nicht von allen Netzbetreibern versorgte Gebiete in Baden-Württemberg.
Verbindungsabbrüche sind neben einem unzureichenden Mobilfunknetz („Funkloch“ (1)) u. a. auch auf folgende Gründe zurückzuführen:
Zur Schließung von sog. „weißen Flecken“(2) hat der Bund zusätzlich ein Mobilfunkförderprogramm aufgelegt, das zentraler Bestandteil der am 18. November 2019 von der Bundesregierung beschlossenen Mobilfunkstrategie ist. Das Mobilfunkförderprogramm des Bundes, für das die EU-Kommission am 25. Mai 2021 grünes Licht gegeben hat, hat ein Gesamtvolumen von 1,1 Milliarden Euro. Gebiete, in denen keine Ausbauverpflichtungen durch die Mobilfunknetzbetreiber vorliegen und ein eigenwirtschaftlicher Ausbau nicht erfolgt sollen geförderte ausgebaut werden. Ergänzend zu dem privatwirtschaftlichen Ausbau und den Ausbauverpflichtungen soll so eine flächendeckende Versorgung mit mobilen Breitbanddiensten realisiert werden.
Mit der Umsetzung dieses Förderprogramms hat die Bundesregierung die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) beauftragt. Die MIG hat im April 2021 ihre operative Arbeit aufgenommen und bereits erste Markterkundungsverfahren – auch in Baden-Württemberg – durchgeführt. Insgesamt sollen in Baden-Württemberg rund 50 geförderte Mobilfunkstandorte entstehen.
Die Förderrichtlinie des Mobilfunkförderprogramm des Bundes ist Ende 2024 ausgelaufen. Gebiete, die bis zum 31.12.2024 keinen Förderbescheid erhalten haben, können daher nicht mehr gefördert ausgebaut werden.
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Um das Ziel einer flächendeckenden und leistungsfähigen Mobilfunkversorgung in Baden-Württemberg zu erreichen, unterstützt die Landesregierung den Mobilfunkausbau durch eine Vielzahl an Maßnahmen. Dazu zählen u. a.:
Bereitstellung von landeseigenen Liegenschaften und Flächen
Die Standortfindung für neue Mobilfunkanlagen zählt zu den größten Herausforderungen beim Mobilfunkausbau. Um die Mobilfunknetzbetreiber bei der Suche nach geeigneten Standorten für neue Mobilfunkanlagen zu unterstützen, stellt das Land eigene Liegenschaften und Flächen für die Mobilfunknetzbetreiber bereit.
Mobilfunk-Standorterfassungstool
Das Kompetenzzentrum für Breitband und Mobilfunk im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen stellt ein Tool zur Verfügung, mit dem Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen Standorte melden können, die sie für den Mobilfunkausbau bereitstellen wollen. Seit dem Start des Meldetools Mitte 2022 wurden bereits über 250 Standorte an die Mobilfunknetzbetreiber übermittelt. Diese prüfen die gemeldeten Standorte auf Eignung und Bedarf. Das Mobilfunk-Standorterfassungstool ist hier abrufbar. Das Mobilfunk-Standorterfassungstool soll die Mobilfunknetzbetreiber bei der Standortsuche unterstützen.
Runder Tisch Mobilfunk
Um den Austausch zwischen den wichtigsten Stakeholdern im Bereich Mobilfunk – Mobilfunknetzbetreiber, Kommunale Landesverbände und Fachministerien – zu fördern, wurde im Jahr 2022 durch das Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen der „Runde Tisch Mobilfunk“ ins Leben gerufen.
Bei diesen Veranstaltungen werden bestimmte Schwerpunktthemen sowie Herausforderungen und Hürden beim Mobilfunkausbau in Baden-Württemberg identifiziert und vertieft diskutiert sowie Lösungswege aufgezeigt.
Anpassung der Landesbauordnung (LBO)
Für eine flächendeckende Versorgung mit mobilen Sprach- und Datendiensten müssen in den kommenden Jahren zahlreiche zusätzliche Mobilfunkstandorte errichtet und ein erheblicher Teil vorhandener Standorte aufgerüstet werden. Den baurechtlichen Rahmenbedingungen in der Landesbauordnung (LBO) kommt dabei eine bedeutende Rolle beim Mobilfunknetzausbau zu. Im Juni 2023 wurde die Landesbauordnung angepasst, unter anderem um den Mobilfunkausbau weiter zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen. Zu den beschlossenen Maßnahmen zählen die Erweiterung der Verfahrensfreiheit, die Reduzierung der Abstandsflächen im Außenbereich und die Verlängerung der Standzeit von mobilen Mobilfunkantennen. Die zuvor vorgesehene Standsicherheitsprüfung bei Antennenanlagen im Außenbereich wurde aufgehoben. Damit wurde die Errichtung neuer Mobilfunkanlagen rechtlich und praktisch erheblich erleichtert. Im März 2025 hat der Landtag unter anderem die Einführung einer höhenunabhängigen Genehmigungsfiktion für die Errichtung von Mobilfunkanlagen beschlossen;
Die Änderungen in der LBO waren u. a. ein Ergebnis des Runden Tischs Mobilfunk und sollen die Errichtung von Mobilfunkantennen erleichtern, einen Bürokratieabbau herbeiführen und den Mobilfunk- und 5G-Ausbau in Baden-Württemberg wirkungsvoll beschleunigen.
Weitere Informationen rund um das Thema „Mobilfunk und 5G“ sind unter www.mobilfunk-bw.de abrufbar.
Leistungsfähiges Internet und eine funktionierende Mobilfunkversorgung – die Corona Pandemie zeigt uns, wie wichtig und notwendig eine zeitgemäße, digitale Infrastruktur für unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben in Baden-Württemberg ist. Neue digitale Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Telemedizin, der intelligenten Vernetzung von Verkehrsträgern oder in der Produktion werden dafür sorgen, dass das übertragene Datenvolumen künftig weiter rasant steigen wird. Die fortschreitende Digitalisierung bietet große Chancen für unsere wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit. Mit einem bedarfsgerechten Ausbau der leitungsgebundenen und mobilen Breitbandnetze wird es möglich, dass wir die Potenziale tatsächlich nutzen können. Den Ärger um Funklöcher und langsames Internet wollen wir hinter uns lassen. Es bedarf eines flächendeckenden und hochleistungsfähigen Mobilfunknetzes, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, die Zukunftsfähigkeit unserer Städte und Gemeinden zu sichern und unser Zusammenleben zu gestalten.
Der dazu erforderliche Ausbau des Mobilfunknetzes stößt immer wieder auf Schwierigkeiten und Vorbehalte. Die Gründe sind vielfältig. Die Suche nach geeigneten Standorten für Sendemasten benötigt viel Zeit. Genehmigungsverfahren kommen nur schleppend voran. Teile der Bevölkerung stellen sich die Frage, welche Auswirkungen Mobilfunk auf Mensch und Umwelt haben. Wir nehmen diese Sorgen ernst. In einigen Kommunen unseres Landes werden die Auseinandersetzungen um den Mobilfunkausbau kontrovers geführt. Wichtig ist: Der Ausbau des Mobilfunknetzes und die Einführung des neuen, deutlich leistungsfähigeren Mobilfunkstandards 5G kann nur gelingen, wenn wir die Themen sachlich erörtern und gemeinsam nach Lösungen suchen.
Mit der Information- und Kommunikationsinitiative „Mobilfunk und 5G“ haben wir uns zum Ziel gesetzt, sachlich fundierte und einfach verständliche Informationen zum Mobilfunkausbau und 5G in Baden-Württemberg zur Verfügung zu stellen. Durch die Bereitstellung verschiedener Angebote wollen wir nicht nur Bürgerinnen und Bürger informieren, sondern auch Städte und Kommunen unterstützen, um Diskussionen um den Mobilfunkausbau und 5G vor Ort möglichst konstruktiv führen zu können.
Wir laden Sie ein, nutzen Sie unser Angebot, welches wir ständig erweitern. Wir freuen uns auch über Ihre Anregungen und Hinweise per E-Mail an:
Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg
Referat Digitale Infrastruktur: MOBILFUNK-BW@im.bwl.de
Weiterführende Informationen finden Sie an folgenden Stellen:
Informationsplattform des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur
Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
Informationszentrum Mobilfunk (IZMF)
Weitere Informationen rund um das Thema Mobilfunk und Gesundheit finden Sie unter anderem auch hier:
Für Fragen rund um das Themenfeld Mobilfunk, Gesundheit und Umwelt wenden Sie sich bitte an folgende Behörden:
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg
Die Projekte reichen von Anwendungen im Rettungswesen oder eHealth über den Einsatz von 5G in der Produktion bis hin zu intelligentem Verkehrsmanagement.
Satelliteninternet ist überall dort eine interessante Alternative, wo eine ausreichende Breitbandversorgung mithilfe terrestrischer Technologie nicht realisiert werden kann oder ein zeitlich begrenzter Engpass überbrückt werden muss.