Schnelles Internet 5G-Projekte in Baden-Württemberg: Schwabenbund e.V.

© Franz Georg Stämmle/ Fraunhofer IIS

Wir möchten Ihnen regelmäßig besondere Projekte im Bereich Mobilfunk und 5G präsentieren. Hierzu stellen sich die Projektverantwortlichen mit einem Steckbrief und einem Interview vor. Viel Spaß!

Eckdaten zum Projekt:

Projekttitel:

                grenzenlos5G@BYBW

Anwendungsbereich: Logistik, Transport, Industrie, Forschung
Projektlink: grenzenlos5g.de

Projektort: Nokia Technology Center Ulm
Lise-Meitner-Straße 7/1, 89081 Ulm

Besonderer Fokus auf Schwabenbund-Region (Allgäu, Bodensee-Oberschwaben, Donau-Iller und Schwäbische Alb).

Projektstart: September 2021
Projektende: August 2024

  • Projektziel:
    Evaluation von 5G für die Intra- und Extralogistik: Was lässt sich heute bereits umsetzen? Was wird mit zukünftigen 5G-Releases möglich sein?
  • Projektbeschreibung:
    Test und Evaluation des 5G-Einsatzes für Logistikprozesse in KMU: Häufiger als man denkt stecken hinter Lieferengpässen und Verzögerungen logistische Probleme wie falsche Beladung, lange Standzeiten und schlecht geplante Transportwege innerhalb der Lager. Wie können nun Logistikprozesse effizienter werden? Mit dieser Fragestellung hat sich der Schwabenbund als Initiator zusammen mit dem Fraunhofer IAO, Nokia, dem Fraunhofer IIS und der Universität Stuttgart für den 5G-Innovationswettbewerb des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) beworben und eine Förderung erhalten.

  • Projektpartner:

Schwabenbund e. V.

Fraunhofer IAO

Nokia

Fraunhofer IIS

Universität Stuttgart

Ziehl-Abegg

Schriftliches „Interview

  1. Was ist das Ziel des Projektes? Welche Bedarfe werden damit bedient? Was war der Anstoß?

Bei dem Projekt grenzenlos5G@BYBW soll im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung getestet werden, wie und unter welchen Bedingungen Logistikprozesse von Unternehmen durch 5G unterstützt werden. Auch welche Vorteile 5G in der Logistik genau bietet, welche Voraussetzungen in den Unternehmen dafür erfüllt sein müssen und welche zeitlichen und finanziellen Einsparungen möglich sind, wird hierbei erprobt. So soll am Ende unter anderem ein Analysetool entwickelt werden, das auf Basis weniger Unternehmensdaten prognostizieren kann, ob sich der Einsatz von 5G im eigenen Betrieb lohnt.

Anstoß war das Ergebnis einer gemeinsamen Kabinettssitzung der Länder Bayern und Baden-Württemberg, in deren Rahmen eine Belebung der Südachse auch im Zukunftsfeld 5G beschlossen wurde.

  1. Warum ist das Projekt für Sie – für die Region, für die Partner – so wichtig?

Neben der fachlichen und technischen Expertise, die sich ohne grenzenlos5G@BYBW nicht im Konsortium zusammengefunden hätte, ist das Projekt wichtig, um die Region zwischen Bayern und Baden-Württemberg deutschlandweit als Innovationsregion zu etablieren. Zudem soll durch grenzenlos5G@BYBW die länderübergreifende Zusammenarbeit im Herzen Süddeutschlands gestärkt werden. 

  1. Welche Rolle spielt(e) der Standort für das Projekt?

Die Schwabenbund-Region zwischen der schwäbischen Alb und dem Allgäu zählt zu den wirtschaftsstärksten Gebieten Deutschlands: Mit über 1,5 Millionen Einwohnern und mehr als 100.000 Unternehmen werden jährlich rund 150 Millionen Tonnen an Produkten von hier aus auf den Weg zu ihren Abnehmern gebracht. Das Projekt grenzenlos5G@BYBW soll dabei die Rolle der Region als Logistik- und Industrie 4.0-Standort abseits der Metropolregionen Stuttgart und München ausbauen sowie die Digitalisierung von kleinen und mittelständischen Betrieben unterstützen und vorantreiben.

  1. Warum 5G? Gab es Alternativen? Wird 5G die Erwartungen (Stichwort: ‚game changer‘) erfüllen?

Es gibt verschiedene technische Ansätze für die Automatisierung von Produktions- und Logistikprozessen. In der Praxis kommt dabei heute eine Vielzahl unterschiedlicher Technologien und Systeme zum Einsatz. Durch die hohe Komplexität und im schlimmsten Fall gegenseitige Störung der verschiedene Funksysteme lässt sich das Potential der Automatisierung jedoch nicht annähernd ausschöpfen.

Der 5G-Standard versucht, eine ganzheitliche Lösung für verschiedenartige Anwendungsfälle zu bieten: Über 5G ist es möglich, Geräte mit vollkommen unterschiedlichen Anforderungen an die Infrastruktur, beispielsweise Hochleistungskameras für die Qualitätskontrolle und energieeffiziente IoT-Sensoren, über dasselbe Netz zu versorgen. Durch das 5G-Positioning wird sich die Kommunikation in Industrienetzen auch mit Lokalisierungsdiensten kombinieren lassen: Die fahrerlosen Transportsysteme in der Produktionshalle werden dann nicht nur über 5G gesteuert, sondern auch mit hoher Genauigkeit in Echtzeit geortet – alles über dasselbe Netz. Die Kommunikation von Geräten lässt sich so hinsichtlich Datendurchsatz, Zuverlässigkeit und Energieeffizienz optimieren.

5G ist der aktuelle und künftige globale Standard in der Kommunikation. Durch die Erprobung des industriellen Einsatzes wie im Projekt grenzenlos5G@BYBW sind zudem zukünftig positive Effekte hinsichtlich neuer Berufsbilder und besserer Arbeitsbedingungen zu erwarten (Stichwort: Fernwartung, Remote-Work und Inklusion).

  1. Was sind oder waren (bisher) die größten Herausforderungen des Projektes und wie haben Sie diese gelöst? Sind Sie schon am Ziel oder welche Schritte stehen noch aus?

Neben Lieferverzögerungen wurde bei grenzenlos5G@BYBW das Konsortium durch mehrere Wechsel der Projektpartner seit Antragsstellung gefordert.

Es ist spürbar, dass beim Thema 5G, gerade bei mittelständischen Unternehmen, noch Zurückhaltung herrscht und Überzeugungsarbeit notwendig ist, da 5G als Innovationsthema teilweise nicht unmittelbar anschlussfähig ist. Viele KMUs – auch über die Schwabenbund-Region hinaus – verfügen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht über die notwendigen personellen Kapazitäten oder die Infrastruktur (Teilautomatisierung der Logistik), um alle in grenzenlos5G@BYBW geplanten 5G-Use-Cases im laufenden Betrieb testen zu können.

Daher freuen wir uns, dass wir mit ZIEHL-ABEGG einen Umsetzungspartner gefunden haben, der durch seine Größe (ca. 4.000 Mitarbeitende), vorangeschrittene Teilautomatisierung und Fertigungen ab der Losgröße 1 ideale Umsetzungsvoraussetzungen für das Projekt bietet. Nach der ersten Durchführung der Use-Cases im laufenden Betrieb (ab Q4/2022) ist es Ziel, die Ergebnisse in kleinen und mittelständischen Unternehmen des Schwabenbunds zu validieren. Hierbei müssen die künftigen weiteren Partnerunternehmen nun nicht mehr die Voraussetzungen für die Umsetzung aller Use-Cases erfüllen – was die Hürden zur Teilnahme erheblich senkt.

  1. Gibt es Spillover-Effekte? Profitieren auch andere Arbeits- oder Lebensbereiche bzw. Akteure von dem Projekt? Ist Ihr Projekt übertragbar für andere Regionen und Themenbereiche?

Die Ergebnisse des Projekts sollen zunächst vorrangig im Untersuchungsgebiet (Stuttgart / Nürnberg / Ulm / Kupferzell) betrachtet werden, sind aber auch darüber hinaus anwendbar und relevant. Welche Treiber und Hemmnisse hier eine Rolle spielen, wird im Rahmen der Begleitforschung untersucht.
Auch in anderen Branchen abseits der Industrie spielen Logistikprozesse eine große Rolle. Hierbei kann es unter anderem Anknüpfungspunkte zu den Bereichen Lebensmitteltransport, Handel, Gastronomie und Gesundheit geben.

  1. Was sind Ihre Pläne nach Ablauf des Projektes?

Wichtig sind auch nach Abschluss des Projekts die Pflege der entstandenen Netzwerke. Ziel über das Projekt hinaus ist die Validierung der Ergebnisse durch Anschlussprojekte in anderen Regionen. Hierzu erfolgte bereits die Anmeldung des Markennamens und des Logos “grenzenlos5G” ohne die Regionskennzeichnung „@BYBW“.

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